Archive for November 2009

Grafik-Design – ist das Kunst oder Handwerk?

November 19, 2009

Design = Handwerk oder Kunst?

Wahrscheinlich hat jeder freie Grafiker diese Frage schon einmal gestellt bekommen. Jeder antwortet ein bißchen anders darauf. Für mich ist Grafik-Design immer ein bißchen was von beidem gewesen. Ein großer Anteil an der Kunst des Grafik-Design nimmt mit Sicherheit das Handwerk ein. Es geht schließlich um das visualisieren und aufbereiten von Informationen. Dies geschieht natürlich sehr logisch und leicht nachvollziehbar. Setzt man ein Layout oder Design streng nach diesem Muster um wirds allerdings recht schnell langweilig für die Zuschauer.

Spätestens, wenn man Menschen begeistern, etwas verkaufen oder die Aufmerksamkeit steigern möchte muß man deswegen zu härteren Mitteln greifen. Hierbei die richtige Dosierung zu wählen, nicht zu viel und nicht zu wenig… Mit den richtigen Abständen im richtigen Layoutraster, schöne Typographie, Farben, Bilder, Anordnung. Das ist für mich Kunst. Viele Stilrichtungen aus der Kunst finden Eingang in das moderne Grafik-Design. Umgekehrt ist das vielleicht manchmal auch so.

2003 war ich auf einer kleinen Kunstausstellung hier in München. Weltbekannte Künstler und Münchner No-Names stellten zusammen Skulpturen, Installationen und Bilder aus. Ein Künstler faszinierte mich. Damals kam gerade Macromedia Flash auf. Die ersten Intros, Websites und Banner aus Flash tauchten auf und hatten alle so eine Vektor-Optik. Genau diese Optik malte er in Bildern nach. kann man schwer erklären. Ich war beeindruckt, daß er sich die Mühe gab das abzumalen und die Stimmung gleichzeitig so gut einfing. Hierbei merkte ich, daß auch die Kunst durch Design inspiriert wird.

Entschuldigung, ich schweife ab. Zurück zum Thema:

Den einen Teil, das Handwerk kann man mit Sicherheit lernen. Bei dem anderen Teil, dem Gefühl für Schönheit bin ich mir nicht so sicher. Ein Stück weit kann man das aber sicher auch lernen. Aber Ideen kann man glaube ich nicht wirklich lernen. Vielleicht ein bißchen trainieren oder einen Zugang zu seiner eigenen Kreativität finden. Das wars. Es gibt Leute, die werden geboren um große Fussballer zu werden und welche, die werden geboren zum träumen oder schöne Bilder zu malen. So ist das nunmal.

Ich hatte selbst schon häufiger das Vergnügen gehabt mit Art-Direktoren oder sogenannten Creativ Direktoren zutun zu haben, die keine Ahnung von Ästhetik hatten. Die Aussage meine ich jetzt auch überhaupt nicht böse. Es ist eher bewundernd gemeint, daß die Jungs und Mädels soviel Verantwortung bekommen haben. Dies zeigt, daß viele Kunden auch nicht so ein Gespür dafür haben. bzw. sich nicht lange genug mit dem gelieferten Produkt befassen um die Mängel daran festzustellen.

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Stell dir vor es ist Praktikum und keiner geht hin.

November 13, 2009

Viele meiner ehemaligen Grafiker Kollegen sind arbeitslos oder immer noch Praktikanten…

Dies ist leider kein Witz, sondern eine traurige Tatsache. Ich kann mir das selber schwer erklären. Die Leute mit denen ich studiert habe sind gut. Sehr gut! Teilweise bestimmt auch besser als ich! Trotzdem kommen die meisten Grafikdesigner heutzutage schwer über die Runden. Die wenigsten Grafiker und Webdesigner die ich kenne verdienen viel Geld.

Kaum ein Tag vergeht an dem ich nicht nach Praktikum, Ausbildung oder Angestelltenverhältniss befragt, angerufen oder angeschrieben werde. Gefühlt kommt es mir so vor, als ob die halbe Jugend Deutschlands bei mir ein Praktikum machen möchte. Fast jeden Tag ruft einer an. Mehr als einen Praktikanten kann ich als freier Grafiker leider nicht aufeinmal vergeben. Es sei denn ich hänge meinen Job an den Nagel und werde Dozent für Grafik-Design.

Vielleicht keine schlechte Idee. Aber ehrlich gesagt liebe ich meinen Job viel zu sehr. Deswegen käme ich auch niemals auf die Idee jemanden abzuraten Grafik-Design zu studieren. Es hat sich ja inzwischen herumgesprochen daß man beim BWL mehr verdienen tut als in der Werbung. Mir solls recht sein.

Bisher versuchte ich meinen Grafik-Design Praktikanten eine weiterführende Perspektive zu bieten nach einem Praktikum bei mir. Also entweder Ihnen Jobs zu vermitteln, Ihnen eine Ausbildung zu ermöglichen oder sie sonst irgendwie zu unterstützen, indem ich Ihnen Projekte vermittelte. Leider werden es viel zuviele. Ich könnte ohne Probleme in 14 Tagen eine Armee aus Praktikanten rekrutieren und eine Fussballmanschaft mit Ihnen gründen.

Natürlich würde ich das nicht machen, weil ich selbst weiß wie doof es ist, wenn man den ganzen Tag und die halbe Nacht für irgendeine Firma arbeitet und als Dank dafür einen feuchten Händedruck aber kein Geld oder Fame bekommt.

Manchmal frage ich mich was passieren würde, wenn all die Grafiker Praktikanten mal gemeinsam einen Aufstand proben würden. Also zum Beispiel einen Tag kollektiv nicht zur Arbeit gehen. Die Praktikanten-Grippe! Wahrscheinlich würde die Wirtschaft zusammenbrechen. Es ist so ähnlich wie bei den illegalen Einwanderern in USA, die die Wirtschaft aufrecht halten und deswegen geduldet sind, solange sie Umsatz machen.

In unserer Werbebranche sind das sicherlich die Praktikanten. Die großen Werbeagenturen können gar nicht ohne Sie. Da werden gute motivierte Leute verheizt. Alles nützliche an Kreativität wird aufgesaugt, kopiert, verkauft und billig verramscht. In der Werbebranche gibt es alles aber keine Loyalität.

Ich möchte nicht alles verdammen. Man kann als Praktikant natürlich ein bißchen was lernen. Aber ehrlich gesagt werden auch ganz bewusst Hoffnungen geschürt, damit die Leute sich viel Mühe geben und gerne Überstunden machen, auf Urlaub verzichten usw.

Mir ist das egal. Nutzt eure Praktikanten aus, sie haben es nicht anders verdient! Das System wird von Ihnen gemacht. Es ist gut sich ausnutzen zu lassen. Solange es einer von hundert schafft Erfolg zu haben lohnt sich das Träumen. Die Strukturen sind selbstzerstörerisch.

Mitlerweile kenne ich alle Seiten: Die des Praktikanten aber auch die des Ausbilders und Arbeitgebers. Ich kann sagen, daß ohne Praktikanten viele Firmen heutzutage nicht mehr existieren könnten. Ein Praktikum macht nur dort Sinn, wo man mal Arbeiten möchte. Alle anderen Firmen klauen nur deine Zeit und lügen dir das blaue vom Himmel herunter damit du nicht aufhörst zu träumen.

Wenn ihr wirklich Grafik-Design machen wollt fangt genau damit an. Ihr müßt die Grundlagen lernen aber das bringen euch diese Agenturheinis doch eh nicht bei, weil die meisten arrogante Weicheier sind. Fangt an Grafik-Design zu machen, lest Foren und Bloggs. Wenn ihr mit dem Vertrieb eurer Kunst Schwierigkeiten habt lasst euch beruhigen. Das geht zur Zeit allen so. Wenn du jetzt konkrete Fragen zur Arbeit als Grafiker hast oder Hilfe benötigst kannst du mir gerne mailen.  grafiker404@googlemail.com.

Das kreative Chaos

November 10, 2009

Wie sieht es eigentlich dort aus, wo Kreative Ihre Ideen ausbrüten. Mein eigener Arbeitsbereich und Schreibtisch sieht für Aussenstehende chaotisch aus. Ich finde alles was ich brauche!

Ich habe mich mal ein wenig bei meinen Grafiker Kollegen umgeschaut, weil mich interessiert hat wie die das eigentlich machen. Es gibt scheinbar zwei grundlegende Strömungen. Die einen lieben eine fast klinische Umgebung. Alles weiß, alles rein. Stifte sind akkurat ausgerichtet. Getränke nicht erwünscht.

Dann gibt es wieder andere Grafiker, bei denen sieht es aus als hätte die Kreativ-Bombe gezündet. Papier liegt in Stapeln herum. Tausend kleine Spielereien. Wo ist die Tastatur?

Irgendwo zwischen diesen beiden Parteien siedelt sich wohl der Digitale Durchschnitts Bohemian an. Sie wünschen sich einen klinisch sauberen Schreibtisch. Sobald Sie aufgeräumt haben sieht es schnell wieder nach Bombe aus.

Seid ehrlich zu euch Jungs! Auf On My Desk könnt Ihr euch Schreibtische von Kreativen auf der ganzen Welt ansehen. Viel Spaß!

Euer Freedom Fighter

Corporate Bullshit

November 7, 2009

Liebe Grafiker,

geht euch das nicht auch manchmal so: Da läuft man durch die Großstadt seines Vertrauens und all die alten schönen Plätze weichen langsam diesem Einheits Corporate Look. So wie z.B. in München das Untergeschoss zur U-Bahn vom Stachus oder der Bahnhof Münchner Freiheit. Ich verbinde mit diesen Plätzen viele alte Geschichten.

Das wird bald Geschichte sein. Sie renovieren schon fleissig. An der Münchner Freiheit gibt es bald ein Mischmasch aus neongelben Balken und blaugestrahlten Säulen. Der eigene Münchner Charakter geht dabei verloren. Man kann es schwer beschreiben, wenn man es nicht kennt. Alte Münchner oder Schwabinger werden wissen was ich meine. Jeder hat seinen eigenen Bezug zu seinen besonderen Plätzen. Es ist eben mehr ein Gefühl. Wie ein Denkmal, welches für uns persönlich errichtet wurde. Das muß alles weg und neu gemacht werden.

Austauschbar. Man soll bloss die Zeit nicht merken. Vielleicht legt man keinen Wert auf einen eigenen Charakter. Ich bin beruflich viel unterwegs auf der ganzen Welt. Corporate Bullshit findet man wirklich überall auf der Welt. Es ist ein kollektiver weltweiter Drang die Vergangenheit zu vernichten. Kein Platz für alte Plätze, außerhalb des Museums.

Euer Design soll also möglichst einheitlich sein. Schön ist das nicht. Schönheit ist besonders sein. Design ist Funktion. Der U-Bahnhof Münchner Freiheit wird kein bißchen funktionaler, wenn ihr ihn neongelb zukleistert. Naja. Wahrscheinlich muß man froh sein, daß ihr ihn nicht wie ein Mc Donalds, Coffee Fellows oder Ikea aussehen lasst. Der besondere Charme einer Stadt liegt aber auch in seinen Furchen. In alten Bäumen, Häusern und Erinnerungen.

Dominik Graf hat einen schönen Film darüber gemacht. Er war Teil des Kinoprojekts Deutschland 09. Ich hab den Namen leider vergessen. Jeder Stadtplaner sollte sich diesen Film ruhig mal ansehen.

 

Vorher sahs besser aus!

Seneca für Vollspacken

November 7, 2009

Mach doch mal Pause. Das Leben ist kurz. Kein moderner Lohnsklave sollte länger arbeiten als 8 Stunden. Das Leben ist kurz und hat tatsächlich soviel mehr zu bieten als Photoshop und InDesign. Grafiker, geht mal wieder raus in die Wälder und an die Seen, damit ihr wieder spürt, daß ihr noch lebt.

Das Leben ist kurz Venceremos. Laßt euer Twitter, Skype und die Facebook Farm endlich mal ein bißchen verwildern. Die Software wird euch Softies nicht vermissen, wenn ihr am Badsee entlangspaziert.

Das Blut, welches durch eure Adern fliesst wird schon bald zu Staub zerfallen werte Kollegen. Wenn ihr schon angestellt seid setzt wenigstens Grenzen und macht nicht dauernd unbezahlte Überstunden. Ihr verarscht euch selber.

Hört auf, Aufträge die ihr nicht machen wollt runterzuarbeiten. Das Leben ist zu kurz dafür. Stolz zurückblicken werdet ihr doch sowieso nur auf die Arbeiten, die ihr gerne gemacht habt. Bei allem anderen muß wenigstens die Bezahlung stimmen.

Schwerter zu Flugscharen Ihr freien Grafiker.

Lohnt es sich heute noch Grafikdesign zu studieren?

November 7, 2009

Was kann es schöneres geben als freiberuflicher Grafiker zu sein? Ich liebe diesen Job. Auch wenn es manchmal etwas stressig zugeht. Macht nix!

Wenn mich jemand fragt, ob es sich heute überhaupt noch lohnt Grafiker zu werden, wo es Internetseiten gibt auf denen 99 Designer irgendwelche Logos designenlassen antworte ich immer: Es lohnt sich immer noch. Sicher gibt es Berufe, in denen man viel mehr Geld verdienen kann. Aber am wichtigsten ist doch, daß einem der Job Spaß macht und man gerne kreativ arbeitet.

Also, ich liebe diesen Job. Selbst, wenn ich im Lotto gewinnen würde. Ich glaube nicht, daß ich was anderes machen wollen würde. Natürlich kenne ich auch die harten Zeiten. Bis nachts in irgendwelchen tollen Agenturen arbeiten und sich für seine Projekte einzusetzen. Statt mehr Geld noch mehr anspruchsvolle Arbeit zu bekommen.

Sich als angestellter Grafiker total zu verausgaben ist nicht so schwer.

Das Beste was mir dabei passieren konnte war, mich endlich selbstständig zu machen. Als freier Grafiker fängt das gute Leben an. Die ganzen Versicherungen und Sicherheiten braucht doch kein Mensch. Ich kann jedem der Grafikdesign studieren will empfehlen das durchzuziehen. Reich werden zu wollen ist dabei sicher der falsche Antrieb.

Ich stehe trotzdem seit 15 Jahren jeden Morgen gutgelaunt auf und freue mich immernoch auf meinen Job. Ich kann mir nichts besseres vorstellen als ein freier Grafiker zu sein. 🙂

Freier Grafiker gesucht?

November 7, 2009

Grafiker Blog gestartet. Freier Grafiker gesucht? Ihr freier Grafiker aus München stellt sich vor.

Hello world!

November 7, 2009

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